Geschichte der Amtshäuser

  • Rathaus © Stadtgemeinde Schwechat

Das älteste bekannte Schwechater Amtshaus befand sich im erstmals als Weinhauer-Haus erwähnten Gebäude, Hauptplatz Nr. 23, welches die Gemeinde Schwechat im Jahr 1633 erwarb.  

Weinhauer-Haus

Nachdem das Haus 1704 von den ungarischen Rebellen abgebrannt worden war, wurde es wieder aufgebaut und im Jahr 1749 aufgestockt.
Bei einem Brand, der am 6. September 1869 im Stadel des Hauses Hauptplatz Nr. 15 ausgebrochen worden war, brannte die gesamte Häuserzeile bis zum Rathaus ab.
Im Jahr 1938 zog das Rathaus in das Haus Tiefenbachergasse Nr. 9. Als dieses am 10. September 1944 bombadiert wurde, wurden Teile der Gemeindeverwaltung in den ehemaligen „Freihof“ am Hauptplatz Nr. 4, den die Gemeinde Schwechat am 9. Juni 1875 von Anton Dreher erworben hatte, verlagert.
Auch der Hauptplatz Nr. 11 („Aschenbrenner“-Haus) beheimatete zeitweilig das Bürgermeisteramt.

Knabenschule auf der Gänseheide

Im Frühjahr 1893 beschloss der Schwechater Gemeinderat die Errichtung einer Knabenschule auf der sogenannten "Gänseheide", da das 1881 erbaute Schulhaus am Hauptplatz Nr. 6 (heute Musikschule) zu klein geworden war. 

Die Bautätigkeit wurde kurz nach der Beschlussfassung aufgenommen. Die Kosten des Schulbaues samt Einrichtung betrugen rund 67.800 Gulden, wofür der Schwechater Brauherr Anton Dreher II. 30.000 Gulden beisteuerte. Das Gebäude wurde aus Schlackenziegeln errichtet, die vom damaligen Schwechater Hochofenwerk, der Alpinen Montangesellschaft, erzeugt wurden. Am 11. September 1893 konnte die neue Knabenschule ihrer Bestimmung übergeben werden. 1898, zum 50jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Joseph I., wurde der Platz vor der Knabenschule vom Schwechater Verschönerungsverein in einen Park umgewandelt und in dessen Mitte am 11. September desselben Jahres ein großes Denkmal für den greisen Monarchen enthüllt. Aus Anlass dieses Jubiläums wurde die Schule, der vor ihr liegende Platz und der Park nach dem Kaiser benannt. 21 Jahre später, am 14. November 1919, beschloss der Schwechater Gemeinderat die Entfernung der Kaiserbüste, die anschließend verkauft wurde, wobei deren Erlös der Lungentuberkulose-Fürsorge zufloss. Der Platz vor der Knabenschule wurde in „Schulplatz“ umbenannt.

In den nächsten Jahrzehnten wurde die Schule mehrmals durch Zubauten erweitert, bis die alliierten Luftangriffe des Zweitem Weltkrieges der Institution ein jähes Ende setzten. Das Schulgebäude wurde am 8. Februar 1945 durch mehrere Sprengbomben und kurz darauf durch Artillerietreffer schwer beschädigt und war für den weiteren Unterricht unbrauchbar. Die Schule musste im Hauptschulgebäude in der Ehrenbrunngasse einen Notbetrieb aufnehmen und konnte erst nach der Übersiedlung in die neuerrichtete Volksschule, am 6. Juni 1953, ihren Unterricht wieder normal abwickeln. 

Tiefenbachergasse 9

Das 1633 erstmals erwähnte alte Schwechater Rathaus am Hauptplatz Nr. 23 war den Nationalsozialisten nach deren Machtübernahme zu klein geworden und so übersiedelten sie mit dem Bürgermeisteramt am 26. September 1938 in die Tiefenbachergasse 9.

Das Haus wurde aber im Verlauf des Luftkrieges am 10. September 1944 bombardiert und die nunmehrige Bezirksverwaltung ging wieder in das alte Rathaus am Hauptplatz zurück. Da dieses infolge der Bombardierungen der Nebenhäuser, am 21. Jänner und 20. Februar 1945, in Brand geriet und ebenfalls zerstört wurde, bezog die NS-Verwaltung schließlich die Räume des 1875 von der Gemeinde Schwechat angekauften Bezirksgerichtsgebäudes am Hauptplatz Nr. 4.  

Aschenbrennerhaus

Die im Sommer 1945 gegründete neue demokratische Stadtverwaltung richtete vorerst ihr provisorisches Bürgermeisteramt im „Aschenbrennerhaus“ am Hauptplatz Nr. 11 ein.

Sie musste aber Teile ihrer Verwaltung aus Platzmangel im Bezirksgerichtsgebäude belassen. Im Sommer 1950 wurden dann einige Kelleräume der nur notdürftig wieder instand gesetzten, ehemaligen Knabenschule adaptiert und für die Bezirksverwaltung eingerichtet. 1952 begann die Gemeinde Wien das Gebäude zügig zum Amtshaus für den 23. Bezirk auszubauen.  

Schwechater Rathaus

Im Erdgeschoss der ehemaligen Schule wurde ein Polizeiwachzimmer eingerichtet. Nach vielen kleineren Um- und Ausbauten wurde im Sommer 1964 mit der Aufstockung des Amtshauses begonnen und im Juni 1965 konnte der 2. Stock bezogen werden.

Am 10. Oktober 1990 fand eine Renovierung der Außenfassade statt.
Am 6. November 1998 wurde schließlich das neue Schwechater Rathaus von Nationalratspräsidenten Heinz Fischer feierlich eröffnet.  

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