Historischer Abriss

Schwechat in Zahlen

Die ältesten Funde, die eine Besiedelung auf Schwechater Boden bezeugen, gehen auf die Jüngere Steinzeit zurück. 

Um 60 n. Chr. wurde ein römisches „Holz-Erde-Lager“ am sogenannten „Frauenfeld“ als Aufenthaltsort für am Limes stationierte römische Legionäre errichtet.
Zwischen 98 und 105 n. Chr. wurde schließlich das römische Reiterkastell „Ala Nova“ auf heutigem Klein-Schwechater Gebiet erbaut, das bis 400 n. Chr. bestand. (Zahlreiche Fundstücke aus der römischen Zeit Schwechats sind heute im Museum Carnuntum aufbewahrt.)

Ab 1080 kam es zu den ersten Klostergründungen auf Schwechater Gebiet. In der Stadt sind ab dieser Zeit Besitzungen der „Templer“, des „Deutschen Ritterordens“, der „Dominikaner“, der „Schotten“ und des Klosters „St. Laurenz“ nachweisbar.

Um das Jahr 1100 sind bereits mehrere Befestigungsanlagen im Raum Schwechat in den Quellen erwähnt.

Die Jahre von 1108 bis 1114 können als Gründungszeit von Schwechat bezeichnet werden, in der das Metallhandwerk eine Blütezeit erlebte.

Im Jahr 1334 wurde in einer Urkunde erstmals Schwechat als Markt erwähnt. Das Privileg des Markrechtes wurde im Jahr 1563 bestätigt und des weiteren von Ferdinand II. im Jahr 1624 und von Leopold I. im Jahr 1698 erneuert.

Im 16. Jahrhundert litt die Schwechater Bevölkerung unter der ersten Türkenbelagerung, als ein Großteil der Bevölkerung ermordet oder verschleppt wurde, und unter der Pest, die im Jahr 1588 in Schwechat wütete.

Die ersten Schwechater Brauereien wurden 1590 („Figdor-Brauhaus“) und 1632 (Brauerei Klein-Schwechat) gegründet.

Ins 17. Jahrhundert fällt in Schwechat die von Leopold I. in einem Handschreiben angeregte Gründung einer „Orientalischen Handels-Companie“, die Stoffe für den Export in die Türkei produzierte, während der zweiten Türkenbelagerung 1683 geschlossen werden musste und 1719 unter Karl VI. wieder ins Leben gerufen wurde.

In das erste Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts fallen im Schwechater Raum die Angriffe der Kuruzzen unter Franz Rakóczi II.

Ende des 18. Jahrhunderts (1782) fielen zahlreiche Gebäude in Schwechat, darunter das Rathaus, das Pfarrhaus und das Schulgebäude, einem Brand zum Opfer.

Am 22. Oktober 1797 erwarb der aus Pfullendorf am Bodensee stammende Franz Anton Dreher das Klein-Schwechater Brauhaus. Sein Sohn, Anton Dreher I., wurde schließlich zum Begründer der Schwechater Brauereidynastie, unter der im 19. Jahrhundert die „Vereinigten Brauereien Schwechat, St. Marx und Simmering – Dreher, Mautner, Meichl AG“ zu einem exportierenden Unternehmen ausgebaut wurden.

In den Jahren 1805 und 1809 kam es in Schwechat zu Zerstörungen und Plünderungen im Zuge der Franzosenkriege. Im Revolutionsjahr 1848 wehrte die kaiserliche Armee aufständische ungarische Truppen in der Schlacht bei Schwechat ab.

Im Zuge der Industrialisierung ließ im Jahr 1872 die „Innerberger Hauptgewerkschaft AG“ an der Kaiser Ebersdorfer Grenze zu Schwechat eine Hochofenanlage errichten. Das Werk wurde zu einem der bedeutendsten in der Stahlindustrie. 1881 an die Österreichische Alpine Montan Gesellschaft verkauft, die eine Schlackenziegelproduktion einrichtete, wurde im Jahr 1902 der Betrieb eingestellt. 1908 schließlich wurden auf dem Gelände der stillgelegten Fabrik die Hammerbrotwerke eröffnet.

Während des Ersten Weltkrieges, am 27. Juni 1917, wurde der in Schwechat geborene Ernst Seidler zum neuen österreichischen Ministerpräsidenten ernannt.

Am 24. August 1922 wurde Schwechat mit Ministerratsbeschluss zur Stadt erhoben.

Funde von Waffen des Republikanischen Schutzbundes in Schwechat im Jänner 1934 lösten seitens der Exekutive eine weitere Suche nach Waffen und in der Folge den Bürgerkrieg im Februar 1934 aus.
Im November 1936 wurde mit dem Bau der Raffinerie NOVA, der späteren OMV, begonnen. Der Betrieb wurde schließlich im Februar 1938 aufgenommen.

Am 14. Mai 1938 erfolgte der Spatenstich zum „Fliegerhorst Schwechat“, aus dem der spätere Schwechater Flughafen hervorging, durch den Generalfeldmarschall Hermann Göring. Im Jahr 1942 gründeten die deutschen Heinkel-Flugzeugwerke eine Flugzeugproduktionsstätte am Schwechater Fliegerhorst. Auf demselben Gelände wurde ein Außenlager des KZ Mauthausen errichtet, in dem ausländische Zwangsarbeiter für die Produktion herangezogen wurden.

Ab 15. Oktober 1938 hörte Schwechat als eigenständige Stadt zu existieren auf und wurde als 23. Bezirk „Groß-Wien“ eingegliedert.

Am 22. März 1945 kam es zum letzten von insgesamt 23 Luftangriffen während des Zweiten Weltkrieges. Am 6. April 1945 erfolgte die Befreiung Schwechats durch sowjetische Truppen.

Am 1. September 1954 erlangte Schwechat mit der Rückgliederung an Niederösterreich seine Selbständigkeit wieder und wurde mit den verwaltungstechnisch eingegliederten Gemeinden Alt- und Neukettenhof und den Katastralgemeinden Kledering, Mannswörth und Rannersdorf zur „Stadtgemeinde Schwechat“ vereinigt.

Mit dem 15. Juni 1955 endete die sowjetische Kommandantur in Schwechat.

Ende der 50er Jahre fanden zahlreiche Grundsteinlegungen statt. So wurde am 22. April 1958 von Bundeskanzler Julius Raab und Vizekanzler Bruno Pittermann der Bau der neuen Großraffinerie ÖMV eröffnet. Im Mai desselben Jahres fand die feierliche Grundsteinlegung für die „Theodor Körnerhalle“ durch Innenminister Oskar Helmer statt.

Am 29. September 1958 wurde in Wien die Firma "Danubia Petrochemie AG" gegründet. Dieser Betrieb nahm um die Jahreswende 1961 / 62 die Produktion von Kunststoff (Polypropylen) am Gelände der ÖMV auf.
Von dieser Zeit an präsentierte sich Schwechat als eine der wichtigsten Industriestädte Niederösterreichs. Trotz dieses Schwerpunktes wurde stets auch ein besonderes Augenmerk auf die Förderung der Kultur gelenkt. Einen kulturellen Höhepunkt stellen die seit 1973 alljährlich abgehaltenen Nestroy-Spiele im Schloss Rothmühle in Rannersdorf, das nach einer großangelegten Renovierung im September 2003 wiedereröffnet wurde, dar.

Auch der Ausbau von Freizeit- und Sportanlagen wurde in der Nachkriegszeit forciert. So wurde 1966 der Schwechater Jugendsport ins Leben gerufen, der seither Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bietet, kostenlos unter der Anleitung von Trainern verschiedene Sportarten zu betreiben.

Daneben erhielt Schwechat Auszeichnungen wie die Europafahne des Europarates und den Speyer-Preis der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaft in Speyer für das Schwechater Bürgerservice- und Bürgerbeteiligungsmodell.  

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